Komponisten

Schneyer, Bernhard (* 1968)

* 26. Februar 1968 in Wernigerode

Komponist Bernhard Schneyer vor Fachwerkhäusern seiner Geburtsstadt Wernigerode

Biografie

Bernhard Schneyer wurde 1968 in Wernigerode geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Musikschule Wernigerode (Violine, Klavier) und an den Spezialklassen für Musik (heute: Landesgymnasium für Musik). Dort war er Mitglied im Rundfunk-Jugendchor und legte 1986 erfolgreich sein Abitur und die Chorleiterbefähigung ab. Sein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (Komposition bei Jörg Herchet, Klavier bei Gunnar Nauck) schloss Schneyer 1994 mit künstlerischem Examen und Diplom erfolgreich ab.
Seit 1993 ist er Lehrer für Musiklehre und Komposition am Konservatorium Georg Philipp Telemann Magdeburg und leitet seit 2008 das Jugendsinfonieorchester. Daneben arbeitete Schneyer von 1994 bis 1995 als Lehrer für Musiklehre, Komposition, Leiter des Musikschulorchesters und eines Studios für elektronische Klangerzeugung an der Musikschule Bernburg und hatte von 2001 bis zur Schließung des Instituts 2010 einen umfangreichen Lehrauftrag für Gehörbildung, Tonsatz und Musik des 20./21. Jahrhunderts an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg inne. Schneyer war von 2008 bis 2012 Leiter der Komponistenklasse Sachsen-Anhalt e. V. und ist seit 2012 deren stellvertretender Vorsitzender. Von 2009 bis 2010 war er Vorsitzender und von 2010 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Komponistenverbandes LV Sachsen-Anhalt sowie von 2008 bis 2012 Vizepräsident des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt.

Bernhard Schneyer ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Magdeburg.

Musik / Werke

Schneyers kompositorisches Schaffen umfasst Musiktheater (u. a. Der tote Tag (Kammeroper, 1996)), Orchesterwerke (u. a. Spiegel für Kammerorchester (1990), Zwischen-Welt für großes Orchester (2008), Perdix – Konzert für Flöte und Orchester (2013), Ein Ros für großes Orchester (2017)), Kammermusik (u. a. zwei Streichquartette (1989, 1997), Herbststück für 4 Violinen (1998), Zwischen-Zeit für Bläserquintett (2008)), Werke für Klavier/Orgel (u. a. per aspera ad astra für Klavier (2007), Pulsar für Orgel (2007)) und Vokalmusik (u. a. Evolutionen – ein buddhistisches Requiem für 3 gemischte Kammerchöre (2000), Sonne für Sopran, Flöte und Klavier (2007)) sowie Bearbeitungen. Zu einigen der genannten Werke gibt es auf der Website des Komponisten eine Hörfassung (s. o. Links).

Schneyers Kompositionen wurden u. a. durch die Magdeburgische Philharmonie, die Anhaltische Philharmonie Dessau, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie, das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode, das Hochschulsinfonieorchester Dresden, den Magdeburger Kammerchor, die Sinfonietta Dresden und das Trio Cantraiano Marburg unter der Leitung von Christian Ehwald, Antony Hermus, Christian Simonis, Christian Fitzner, Milko Kersten, Rainer Roos und Lothar Hennig aufgeführt. Schneyer arbeitete mit Solisten und Kammermusikern wie Reiko Füting, Uwe Krause, Karoline Schulz, Matthias Lorenz, Maxim Böckelmann, Matthias Mück und Wolfgang Stockmeier zusammen. Ein ausführliches Werkverzeichnis ist auf der Website des Komponisten (s. u. Link) zu finden.

In einer Konzertkritik in der Mitteldeutschen Zeitung vom 22.10.2001 heißt es über Schneyers kammermusikalisches Werk für fünf für Flöte, Klarinette, Viola, Kontrabass und Klavier von 1991:
„Das Konzert ließ erkennen, dass gängige Parameter wie Tonalität oder Atonalität der Vergangenheit angehören und allein die Ausdruckskraft der Musik gewordenen Idee die Schönheit der Werke bestimmt. Das bewies Bernhard Schneyers etwas meditatives ‚für fünf‘ mit seinen spannungsvollen Gegenüberstellungen von Einzel- und Zusammenklang, Stille und Tönen, Ruhe und Bewegung…“ (zit. n. einem Flyer des Musikinformationszentrums Zeitgenössische Musik Sachsen-Anhalt, hrsg. von Kerstin Hansen 2011).

Klangbeispiele

Zahlreiche Klangbeispiele sind auf der Website des Komponisten zu finden (s. o.).

Links

Webseite des Komponisten: www.bernhard-schneyer.de

Interview mit Bernhard Schneyer (Offener Kanal Magdeburg 2012)

Noten von Bernhard Schneyer im k.o.m. musikverlag

Bernhard Schneyer beim Verlag Neue Musik

Materialien für den Unterricht

Flyer zu Leben und Werk von zeitgenössischen Komponist*innen aus Sachsen-Anhalt, darunter auch Bernhard Schneyer, können in Klassenstärke oder einzeln beim Musikalischen Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt angefordert werden (weitere Informationen hier).

SM/Kersin Hansen 2019