Musikleben

Magdeburgische Philharmonie

Die Magdeburgische Philharmonie, die im Jahr 2022 ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum feiert, ist das Opern- und Konzertorchester der Stadt Magdeburg. Sie ist im Jahr 1897 durch städtische Übernahme aus dem Magdeburger Theaterorchester hervorgegangen, welches u. a. die Uraufführungen von Richard Wagners Oper Das Liebesverbot (1836) und Albert Lortzings Undine (1845) bestritten hatte. Das Orchester arbeitete mit berühmten Dirigenten zusammen, darunter Richard Strauss, Bruno Walter und Hans Pfitzner. Auf der Website des Theaters Magdeburg heißt es: „Generalmusikdirektoren wie Roland Wambeck, Mathias Husmann, Christian Ehwald, Gerd Schaller, Francesco Corti und Kimbo Ishii haben das künstlerische Profil des Orchesters in den letzten Jahrzehnten geprägt“ (s. Link unten). Repertoireschwerpunkte des Magdeburger Musiktheaters und damit auch der Magdeburgischen Philharmonie liegen bis heute auf den Werken von Richard Strauss und Richard Wagner, der ja selbst in jugendlichen Jahren zwei Spielzeiten lang Musikdirektor am Magdeburger Theater war.

Seit der Spielzeit 2019/20 ist es die gebürtige Russin Anna Skryleva, die dem Ensemble als erste Generalmusikdirektorin ihren künstlerischen Stempel aufdrückt. Dabei legt sie den Fokus in der Programmgestaltung zunehmend  auf Werke von Komponistinnen, darunter Leokadiya Kashperova (1872–1940), Mel Bonis (1858–1937), Emilie Mayer (1812–1883), Grażyna Bacewicz (1909–1969) und die Britin Anna Clyne (* 1980), deren Komposition Sound and Fury für Kammerorchester im Mai 2021 in Gegenüberstellung zu Joseph Haydns Sinfonie Nr. 60 Il distratto dargeboten wurde, auf die sich das Werk direkt bezieht (s. KulturAspekte, Link unten).

Das Opernhaus am Universitätsplatz in Magdeburg 2017

 

Die Magdeburgische Philharmonie bestreitet pro Spielzeit etwa je 10 Musiktheaterpremieren und Wiederaufnahmen, 10 Sinfoniekonzerte und zahlreiche Gastspiele im In- und Ausland. Das Orchester erhielt beim Wettbewerb „Innovatives Orchester 2019“ der Deutschen Orchester-Stiftung einen Sonderpreis. „Die Idee, das gängige Repertoire mit erstklassigen Kompositionen von Komponistinnen zu erweitern,  eröffnet uns die Möglichkeit, die Musikgeschichte neu zu erleben und die Gegenwart mit verändertem Blick zu sehen. Diesen konsequenten Ansatz hält die Jury für einen wichtigen programmatischen Impuls zur Weiterentwicklung des Musiklands Deutschland“, so der Juryvorsitzende (vgl. https://philharmonische-gesellschaft-magdeburg.de/).

Das Orchester ist auch auf Tonträger präsent. So entstanden in den letzten Jahren zahlreiche CD-Aufnahmen, darunter Johannes Brahms’ 4. Sinfonie und Richard Wagners Liebesverbot-Ouvertüre beim Label Camerata Tokyo, Hermann Goetz’ Klavierkonzerte mit dem Solisten Davide Cabassi bei Naxos, Zdeněk Fibichs Die Braut von Messina bei cpo und Dvořáks Cellokonzert mit dem Solisten Adolfo Gutiérrez Arenas bei IBS Classical (vgl. https://www.theater-magdeburg.de/haus-infos/sparten-bereiche/magdeburgische-philharmonie/).

Klangbeispiele

Berthold Goldschmidt: Chronica Suite, I. Preludio, Magdeburgische Philharmonie, Mathias Husmann

CD-Einspielungen der Magdeburgischen Philharmonie bei jpc (mit Hörbeispielen)

Links

Die Magdeburgische Philharmonie auf der Website des Theaters Magdeburg

Das Ensemble der Magdeburgischen Philharmonie

Das Sinfoniekonzert im Mai der Magdeburgischen Philharmonie, von Rosalie Rittmann, KulturAspekte vom 19.05.2021

SM 2022