Musikleben

Staatskapelle Halle

Die Staatskapelle Halle beim Galakonzert der 8. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt 2015 in der Oper Halle

 

Die Staatskapelle Halle entstand im Jahr 2006 durch den Zusammenschluss des Philharmonischen Staatsorchesters Halle mit dem Orchester des Opernhauses Halle und ist Mitglied der Theater, Oper und Orchester GmbH der Stadt Halle. Das Repertoire reicht vom Barock bis zur Gegenwart mit Schwerpunkt auf den Werken des halleschen „Lokalkomponisten“ Georg Friedrich Händel.

Die Staatskapelle deckt neben sinfonischen Konzerten und Kammermusikreihen auch die Sparten Oper, Operette, Musical und Ballett ab. Dabei erklingen u. a. Werke von Komponisten wie Verdi, Puccini , Richard Strauss, Kurt Weill und Leonard Bernstein. Hallesche Erstaufführungen neuer Opern (z. B. Phaedra von Hans Werner Henze, Spielzeit 2014/15), aber auch Wagner-Opern (u. a. dreimal der komplette Ring des Nibelungen als zyklische Aufführung in den Jahren 2013, 2014 und 2015) stehen ebenfalls auf dem Programm.

Hauptspielstätten des Orchesters sind die Georg-Friedrich-Händel-Halle, das Opernhaus und das Kongress- und Kulturzentrum Halle. Von der Spielzeit 2013/14 bis zum Ende der Spielzeit 2017/18 stand die Staatskapelle Halle unter der Leitung von GMD Josep Caballé-Domenech. Seit Beginn der Spielzeit 2019/20 ist die Französin Ariane Matiakh neue Generalmusikdirektorin.

 

Logo der Staatskapelle Halle

 

Die historische Entwicklung der Staatskapelle steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklungsgeschichte des halleschen Theaters und der Oper und geht mit der Gründung eines „Theaterorchesters“ durch Max Richards bis ins Jahr 1897 zurück. Anfang der 1930er-Jahre wurde dieses zum „Städtischen Orchester Halle“ umbenannt. Als erster Generalmusikdirektor übernahm 1933–1937 Bruno Vondenhoff die Leitung.

Im März 1945 wurde das Theater zerstört und das Orchester wirkte unter dem Namen „Städtische Bühnen Halle“ an unterschiedlichen Spielstätten. Als 1948 das Landestheater Sachsen-Anhalt gegründet wurde, formierte sich das Orchester neu aus den Musikern des Opern- und Operettenorchesters und stand von 1950–1968 unter der Leitung von Horst-Tanu Margraf. Dessen Bemühen um die Händel-Pflege verhalf dem Klangkörper zu überregionaler Bedeutung und zu dem ehrenvollen Namen „Händelfestspielorchester“. Weitere  Kapellmeister in dieser Zeit waren Kurt Masur, Klaus Tennstedt und Olaf Koch. Thomas Sanderling setzte als Musikdirektor von 1968–1976 die Händel-Tradition fort. Um auch die Genres Musical und Operette bedienen zu können, übernahm das Landestheater 1972 zusätzlich das „Große Staatliche Unterhaltungsorchester“, das 1990 mit dem „Händelfestspielorchester“ fusionierte.

Die zweite Entwicklungslinie der halleschen Staatskapelle setzte 1946 mit der Gründung des „Hallischen Volkssinfonieorchesters“ unter Arthur Bohnhardt ein. 1954 wurde es zum „Staatlichen Sinfonieorchester Halle“ umbenannt, dessen künstlerische Leitung von 1956–1964 Generalmusikdirektor Horst Förster innehatte. Er verhalf dem Orchester zu überregionaler Anerkennung und auch die nachfolgenden Chefdirigenten verbesserten das Renommee des Klangkörpers zunehmend durch nationale und internationale Gastspiele – zuletzt unter dem Namen „Philharmonisches Staatsorchester“ – bis zur Fusion 2006 unter Klaus Weise.

Konzert der Staatskapelle im Hof der Moritzburg in Halle

 

Ein wesentliches Markenzeichen und integrierter Bestandteil der Staatskapelle Halle ist seit 1993 das heutige „Händelfestspielorchester“, das auf historischen Instrumenten musiziert und als Spezialensemble für Alte Musik innerhalb eines klassischen Sinfonieorchesters eine Besonderheit darstellt. Es repräsentiert in hervorragendem Maße die hallesche Händel-Pflege durch klangliche Authentizität und ein internationales Renommee, welches das Ensemble vor allem dem englischen Dirigenten Howard Arman zu verdanken hat. Seit 2007 ist Bernhard Forck der musikalische Leiter, der in den beiden Konzertreihen „Händel zu Hause“ und „Händels Schätze“ (in Kooperation mit der Stiftung Händel-Haus) das Orchester begleitet und vor allem die Musik Händels und seiner Zeitgenossen dem Publikum näherbringt.

Neben der umfangreichen Konzert- und  Operntätigkeit widmet sich die Staatskapelle intensiv Schüler- und Familienprojekten, unterstützt das Jugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalt und die Pflege der Neuen und zeitgenössischen Musik.

Klangbeispiele

Beethoven Klavierkonzert Nr. 5, Josep Caballé Domenech, Fabio Martino (Klavier) – Alte Oper, Frankfurt

Alan Wake (Videospiel) Original Soundtrack: The Clicker, Staatskapelle Halle & Petri Alanko

Literatur

Opernhaus Halle (Hrsg.), Klangspuren.100 Jahre Orchester des Opernhauses Halle (1897-1997), Halle 1997.

Susanne Baselt, Chronik des Philharmonischen Staatsorchesters Halle, Teil I: 1946 bis 1964, Halle 1999.

Links

Staatskapelle Halle (Website der Bühnen Halle)

Südamerikatour der Staatskapelle Halle

Wilgard Lange / SM 2018, letzte Aktualisierung September 2019