Musikleben

Harzer Sinfoniker

Die Harzer Sinfoniker, bis 2019 bekannt unter dem Namen „Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters“, gingen 1992 aus der Fusion des Volkstheaters Halberstadt mit dem Quedlinburger Theater hervor. Hauptspielstätten sind die beiden Theater in Halberstadt und Quedlinburg sowie in den Sommermonaten das Harzer Bergtheater Thale, die Waldbühne Altenbrak, das Wasserschloss Westerburg und andere Open-Air-Bühnen. Hinzu kommen Gastspiele in andere Orte Sachsen-Anhalts sowie in das gesamte Bundesgebiet.

Die Gründungsgeschichte des Orchesters reicht bis ins Jahr 1919 zurück. Auf Initiative von Musikdirektor Fritz Hellmann und Konzertmeister Florenz Werner präsentierte sich der aus Musikern des Kurorchesters Bad Harzburg formierte Klangkörper mit Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung am 14. Oktober 1919 erstmals dem Halberstädter Publikum. Ab 1921 trug das Orchester den Namen „Tonkünstlerorchester Halberstadt“ und wurde 1927 finanziell dem Halberstädter Theater angegliedert.

Johannes Rieger ist seit 2005 Musikdirektor und seit 2009 Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters.

Theater am Marschlinger Hof in Quedlinburg, eine der Spielstädten des Nordharzer Städtebundtheaters

 

Zählten zu den künstlerischen Schwerpunkten von Anfang an Werke aus der Zeit der Romantik (u. a. wurde 1927 der gesamte Ring des Nibelungen von Richard Wagner gegeben), so hat das Orchester heute als Theaterorchester breit gefächerte Aufgaben zu übernehmen. Oper, Operette, Musical, Sinfoniekonzerte, Sonderkonzerte zu Weihnachten und Neujahr, Schülerkonzerte und „Sommerklassik“ sowie Opern- und Operettengalas stehen auf dem Spielplan.

Dazu kommen die Aufführungen zu den „Halberstädter Domfestspielen“ mit Werken aus den Bereichen Oratorium, Konzert und Ballett, veranstaltet vom Nordharzer Städtebundtheater in Kooperation mit der Moses-Mendelssohn-Akademie und dem Evangelischen Kirchspiel Halberstadt. In diesem Rahmen stehen auch Komponisten aus der Region wie Thomas König (Paramenta magnifica, Uraufführung im Jahr 2014) und Kurt Weill (Der Weg der Verheißung im Jahr 2007) auf dem Programm.

Eine Besonderheit ist das Abschlusskonzert der seit 1990 jährlich ausgetragenen Orchesterwerkstatt junger Komponisten in Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat Sachsen-Anhalt e. V. und der Stadt Halberstadt. Der Kompositionswettbewerb, offen für alle Kinder und Jugendlichen bis 27 Jahren, bietet den jungen Musikern und Komponisten ein Podium für Uraufführungen ihrer Werke vor Publikum sowie die Möglichkeit des Austausches mit professionellen Musikern und Komponisten.

Das damalige „Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters“ wurde für die „Orchesterwerkstatt junger Komponisten“ mit dem Preis „Innovatives Orchester 2018“ der Deutschen Orchesterstiftung ausgezeichnet.

Am 3. Oktober 2019 wurde das Orchester offiziell in „Harzer Sinfoniker“ umbenannt.

Klangbeispiele

Bericht des Regionalfernsehens Harz über ein Filmmusik-Konzert im Halberstädter Friedensstadion: Halberstadt goes Hollywood

Peer Gynt – Ballett mit Musik von Edvard Grieg

Literatur

Werner Hartmann, Theater in Halberstadt 19451996, Bd. 3, hrsg. vom Theater-Förderverein e. V., Halberstadt 1996.

Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt (Hrsg.), Kulturland Sachsen-Anhalt, 2., aktualisierte Nachaufl., Magdeburg 2011, S. 92–93.

Silke Nuss (Hrsg.), Hans Auenmüller. Vier Jahrzehnte Musikdirektor am Theater Halberstadt. Anekdoten Geschichten Erinnerungen (Denkmäler der Musik in Mitteldeutschland, Ser. IV, Bd. 1), Halberstadt 2001.

Links

Website des Nordharzer Städtebundtheaters

Orchesterwerkstatt junger Komponisten

CK/SM 2017, letzte Aktualisierung Oktober 2019