Komponisten

Gartz, Friedrich (1819–1896)

* 28. November 1819 in Perver bei Salzwedel, † 1896

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Das Friedrich-Gartz-Denkmal in Salzwedel

Biografie

Friedrich Gartz wurde am 28.11.1819 in Perver bei Salzwedel geboren. Er entstammt einer alten adeligen Familie und war Komponist, Gesangslehrer am Salzwedeler Gymnasium, Chorleiter und Organist an der Katharinenkirche in Salzwedel. Im Jahr 1852 wurde die „Gartz’sche Liedertafel“ gegründet.

1891 veröffentlichte Friedrich Gartz im Salzwedeler Wochenblatt einen achtteiligen Aufsatz über Salzwedels musikalisches Leben im 19. Jahrhundert, wo er sich hauptsächlich auf das Wirken der verschiedenen Musik- und Gesangsvereine konzentrierte. Friedrich Gartz starb im Jahr 1896. Die Stadt Salzwedel errichtete ihm zu Ehren ein Denkmal nahe seiner Wirkungsstätte, der Katharinenkirche.

Das Fachwerkhaus mit der heutigen Anschrift Breite Straße 40 in Salzwedel war laut Salzwedeler Adressbuch von 1886 das Wohnhaus von Friedrich Gartz.

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Ehemaliges Wohnhaus von Friedrich Gartz in Salzwedel

Musikhistorische Bedeutung

Friedrich Gartz ist heute vorrangig als Liedkomponist bekannt. So vertonte er Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, wie z. B. das vaterländische „Wie könnt’ ich dein vergessen“ von 1841.

Eine Reihe seiner Liedvertonungen finden sich in verschiedenen Liederbüchern des frühen 20. Jahrhunderts, darunter auch in Büchern für den Schulunterricht.

Der Männerchor „Harmonie“ in Salzwedel sieht sich in direkter Nachfolge der Gartz’schen Liedertafel und hat, wie auch die anderen Salzwedeler Chöre, Lieder des Komponisten in seinem Repertoire. Am 11. September 2011 sangen beispielsweise anlässlich der Gartz-Ehrung in der Katharinenkirche drei Chöre in einem kurzen Konzert Lieder von Friedrich Gartz.

Werke

Friedrich Gartz schrieb sowohl weltliche Lieder (vor allem Heimatlieder) als auch geistliche. Hier eine Auswahl:

Des Sonntags, wenn die Sonn‘ anbricht nach einem Text von Ernst Fürste. Das Lied findet sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gleich in mehreren Liedersammlungen.

 Ade, du liebes Vaterhaus, ade, ade nach einem Text von Friedrich Wilhelm Kritzinger

Von allem, was auf Erden mir Trautes ist bekannt (Frankenlied) nach einem Text von Adolf Dyroff (1894)

Wohin sind all die Raritäten, täten, täten (Drei Wochen nach Weihnachten) nach einem Text von Rudolf Löwenstein

(Quelle der oben aufgeführten Lieder ist das Internet-Archiv Deutsches Lied)

Zwei Abschiedslieder für Männerstimmen op. 33, Nr. 1 Abschied (veröffentlicht 1874), Halle, Kamrodt, Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Siehe, das ist Gottes Lamm nach Johannes 1,2 (Nr. 61 im Chorbuch für den neuapostolischen Gottesdienst), Hinweise zu Text und Musik sowie Tipps für den Chorleiter in der Reihe „Chorlied des Monats“ in der Zeitschrift „Unsere Familie“ 06/2014, hrsg. vom neuapostolischen Friedrich Bischoff Verlag (s. Link).

Klangbeispiel

Friedrich Gartz: „Siehe, das ist Gottes Lamm“

Literatur

Steffen Langusch, „Im Dienste der Stadt und der Kunst: Trompeter, Kunstpfeifer, Stadtmusikanten in Salzwedel“, in: Musikkultur in Sachsen-Anhalt seit dem 16. Jahrhundert (= Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts, H. 42), hrsg. von Kathrin Eberl-Ruf, Carsten Lange, Annette Schneider, Halle 2007, S. 82–91.

Link

Chorlied des Monats – Verlag Friedrich Bischoff GmbH

Anregungen für den Unterricht

Arbeitsaufgaben

Begebt euch auf die Spuren von Friedrich Gartz in Salzwedel. Sowohl sein Geburtshaus als auch das Gartz-Denkmal und die Katharinenkirche sind noch heute sichtbare Zeugnisse vom Wirken des Komponisten.

Salzwedeler Chöre halten weiterhin das musikalische Erbe von Gartz durch Aufführungen lebendig. Welche Lieder von Friedrich Gartz sind heute noch im Notendruck zugänglich und werden aufgeführt? Nehmt Kontakt mit den Chören auf und recherchiert.

Im Salzwedeler Wochenblatt 90 (26.08.1922) Nr. 200, Beilage S. 1–2 findet sich folgender Beitrag: F. Kammrath, Friedrich Gartz. Eine Würdigung des Komponisten. Recherchiert im Salzwedeler Stadtarchiv.

Materialien zum Download

Arbeitsblatt

Komponisten in Sachsen-Anhalt

SM 2017